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Montag, 15. Juni 2015

Luthers Hochzeit - Das Wittenberger Stadtfest - Kritische Betrachtungen

In der Mitteldeutschen Zeitung und beim Mitteldeutschen Rundfunk liest man leider nur Lobhudeleien über das jährlich stattfindende Stadtfest "Luthers Hochzeit". Dieses Jahr feierte man den 490. Hochzeitstag Luthers mit Katharina von Bora, Es war die 21. Auflage des Stadtfestes welches man hier seit 22 Jahren feiert, einmal fiel es aus wegen Hochwasser in der Umgebung. Böse Zungen behaupten heute noch der Ausfall kam nur zu Stande weil die Stadtoberen und der Landrat hätten nicht mitfeiern können. Das aktuelle Stadtfest war recht ordentlich, auch wenn es prinzipiell immer das selbe ist und es kaum Änderungen gibt. Trotzdem gibt es etliche Kritikpunkte die mir aufgefallen sind und die man doch in der Zukunft vermeiden könnte:

  • Zufahrtswege. 
    Besonders die Juristenstraße war eine Zumutung. Eine dort befindliche Baustelle störte ungemein. Diese hätte fertig sein müssen. Wenn man aber sah wie die dort tätige Baufirma arbeitete war eigentlich klar das die nicht funktioniert. Was wäre gewesen wenn auf dem Arsenalplatz etwas passiert wäre das einen größeren Rettungseinsatz erfordert hätte? Der in der Juristenstraße stationierte Rettungsdienst hätte keine schnelle Ausfahrt gehabt und hätte sich durch die Menschenmassen in der Gegenrichtung quälen müssen.

  • Abfallkörbe. 
    Überquellender Abfallkorb
    In Wittenberg gibt es leider viel zuwenig Abfallbehälter. Die quollen auch noch über und wurden scheinbar nicht regelmäßig gelehrt so das viel Müll dann einfach auf Straßen und in Parks abgelegt wurde. Kein schönes Bild für eine Stadt die auf Tourismus setzt. Dies ist übrigens ein Problem welches unabhängig vom Stadtfest besteht nur dann besonders auffällt.


  • Programmheft. Es waren viele ausländische Gäste vor Ort welche kein deutsch sprachen. Das es das Programmheft nur in deutsch gibt ist für eine Stadt die so gerne auf Tourismus setzt eine Frechheit. Es wäre hier erforderlich das es das Programmheft wenigstens in Englisch gibt, Überhaupt bedarf das Programmheft einer dringenden Überarbeitung. Es ist teilweise sehr unübersichtlich. Warum die Angabe der Zeiten so unterschiedlich ist wird wohl auch niemand wissen. warum werden  die Endzeiten der einzelnen Events nur manchmal angegeben und nicht immer? Warum wird der Arsenalplatz getrennt gelistet? Und überhaupt das angegebene Tagesende stimmt nie! Wenn im Programmheft 2 Uhr steht erwarte ich das die Events bis zur angegebenen Zeit gehen und nicht bereits um 0:30 Uhr enden wie am Freitag und Samstag auf dem Arsenalplatz! Es ist sowieso für ein Stadtfest ein sehr zeitiges Ende. Von Festen in anderen Städten ist mit ein Ende gegen 5 Uhr bekannt, In den Anfangsjahren des Stadtfestes gab es das übrigens in Wittenberg auch das man die Nacht durchmachen konnte.

  • Sicherheitsdienst. Diesen kann man nur loben, zumindest die Mitarbeiter welche vor Ort agierten. Sie waren sehr freundlich und versuchten fehlende (Orts-)Kenntnisse weitestgehend zu kompensieren. Warum auf manche Plätzen  nur einseitig der Zugang kontrolliert wurde ist mir nicht ganz klar. Dies habe ich mehrfach beobachtet, besonders am Kirchplatz.

  • Standverzeichnis. Was beim Stadtfest grundsätzlich fehlt ist ein Verzeichnis der Händler, Wirte und anderen Standbetreiber.

  • Der Lutherdarsteller.
    Es geht nicht das dieser bereits am Nachmittag bereits angetrunken durch die Gegend läuft wie man bei Twitter lesen konnte. Da sollte man vielleicht eine bessere Auswahl treffen!

  • Die Preise. Sie waren durchaus angemessen, Was aber nicht geht sind unterschiedliche Preise für das selbe Produkt. Andere Städte schreiben beispielsweise die Preise für Bratwürst vor. In Wittenberg gab es Bratwurst von 1,50 € bis 3,50 €. Wir haben zwar Marktwirtschaft aber die kann man auch mal außer Betrieb nehmen bei solchen Festen. Die Städte im Rheinland schaffen das während des Karnevals ja auch.



Das sind meine Kritikpunkte welche doch recht eindeutig sind und nun kommen wir zu meiner persönlichen Analyse der Ereignisse auf dem Arsenalplatz. Da Geschmäcker verschieden sind mögen andere Besucher dies garantiert anders sehen.

Die dort stattfindenden Events waren sehr durchwachsen, von geht gar nicht bis ganz gut. Aber ein außergewöhnlicher Auftritt war nicht zu vermerken. Ich könnte jetzt jeden einzelnen Auftritt analysieren den es gab, aber das würde den Rahmen sprengen zumal so etwas Geschmackssache ist. In Zukunft sollte man aber eine bessere Auswahl treffen und keine abgehalfterten DSDS- und Schlagerstars einladen. Leute die niemand auf längere Zeit ertragen kann. Positiv sehe ich die Moderation durch Karsten Giersch.
Die beiden Moderatoren des MDR Sachsen-Anhalt waren dagegen das letzte, Schlecht angezogen und schlecht vorbereitet. Dies wurde deutlich bei vielen Fehlern in ihren Ansagen! Da muss der MDR nachbessern, eventuell auch bei der Auswahl der Künstler. Diese wird von Jahr zu Jahr übrigens schlechter! Auch diese unerträglich langen Pausen zwischen Vormittag-, Nachmittag- und Abendevents sind bei vielen Besuchern nicht gut angekommen. Lichtblick war allerdings die Regenpause am Samstagnachmittag wodurch Silke und Dirk Steinberg aufhören mussten, eine Wohltat für die meisten Zuschauer vor Ort.

Die Bewirtung auf dem Platz ließ auch zu wünschen übrig. Stellenweise war das Bier zu warm und nicht alle Bierstände geöffnet. Das das Bier an einzelnen Ständen bereits am Sonntag 2 Stunden vor dem offiziellen Ende alle war zeugt auch nicht gerade von großer Professionalität. Von den über Tage defektem Sonnenschirm will ich gar nicht reden, er passt voll ins Bild des Betreibers. Gut waren die Besucher dran die sich ihre Getränke selbst mitgebracht hatten weil das dortige Angebot doch sehr dürftig war in den Augen vieler.

Fazit:
Es war ein Stadtfest welches besonders organisatorisch noch viele Mängel hat. Positiv sehe ich den Einsatz aller Teilnehmer und die gute Laune der Zuschauer. Aber es muss sich einiges tun ansonsten werden es noch weniger Zuschauer. Die Anzahl der Zuschauer - so die mehrheitliche Meinung der Besucher - ist seit Jahren ja gefühlt rückläufig.






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